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Sep 18 2008

Auf der GMW 08

Published by Wolf at 8:52 am under Talks & Workshops, deutsch

Nach langem Urlaub :-) bin ich zur Zeit in Krems auf der GMW Tagung. Mein Beitrag war eine letzte Präsentation von unserem MOSEP Projekt - die Studien und DVDs sind weggegangen wie die warmen Semmeln, wer noch welche möchte, schreibt mir bitte ein e-mail. Leider geht das Wiki derzeit nicht mit dem Internet Explorer, ich hoffe, dass die neue Version vom IkeWiki das Problem in den Griff bekommt.

Ich bin nach den Keynotes eigentlich ein wenig enttäuscht: Irgendwie ändern sich die Themen nicht und fast alle Diskussionen hier haben wir vor 3 Jahren auch schon geführt. Auch ärgert es mich immer wieder, wenn in einer Community wie dieser RSS definiert wird und die Begriffe Web2.0 und Social Software zum Einen inflationär und zum Anderen undifferenziert verwendet werden:
Meine Unterscheidung dazu: Web2.0 ist das "Partizipative Web" - jeder kann mitmachen und publizieren, weil die Tools es mittlerweile auch den DAUs erlauben. Social Software stellt die menschliche Kommunikation und Interaktion in den Mittelpunkt. Also: Weblogs und Podcasts sind per se nicht Social Software, wenn sie nicht innerhalb einer Community oder einem Netzwerk gemeinsam gelebt werden!!
Trotzdem habe ich zunehmend den Eindruck, dass die Ernüchterung im Bereich E-Learning und E-Portfolio der letzten paar Jahre (zumindest ein Stückweit) überwunden wurde: Die Beispiele die ich (bis jetzt) gesehen habe, gehen schon weit über ein pilothaftes Versuchsstadium hinaus und werden auf eine solideBasis gestellt. Die Modelle sind m.E. auch übertragbar in andere Kontexte, da sie sehr gut aufbereitet und dokumentiert werden.

In meiner Session am Mittwoch Nachmittag hatte ich das Vergnügen, zwei interessante Praxisbeispiele zu kennenzulernen.

  • Claudia Bremer von der Uni Frankfurt stellte ein Konzept für ein Medienkompetezzertifikat für angehende LehrerInnen vor. Das interessante dabei war für mich, sich das Curriculum aus einzelnen, bestehenden Lehrveranstaltungen zusammensetzt, die für das Zertifikat einzeln akkreditiert werden. Der Run auf dieses Zertifikat ist so hoch, dass Studierende ihre Professoren dazu drängen, die Veranstaltung doch akkreditieren zu lassen, da sie thematisch gut dazu passen. Auch was die behandelten Spezialthemen betrifft setzen die Frankfurter hier gute Maßstäbe: So werden die Experten und Betreiber diverser Web2.0 Applikationen als Referenten eingeladen die auch einen Blick hinter die Kulissen erlauben. Alles in allem erscheint es mir als sehr sinnvolle Grundausbildung für LehrerInnen. Bisherige Modelle (z.B. ECDL als Einstellungskriterium an Pädagogischen Hochschulen) könnten sich hier eine Scheibe abschneiden - vielleicht finden sich diese Elemente auch in EPICT wieder.
  • Marc Egloffstein hat mit mit seiner Präsentation "E-Portfolios zur Unterstützung selbstorganisierter TutorInnentätigkeiten" ein schönes Beispiel für eine E-Portfolio Umsetzung gezeigt. Er hat mir damit auch einige Antworten gegeben auf Fragen, die ich selber nicht wirklich beantworten konnte (was damit zu tun hat, dass wir bei Salzburg Research keinen Ausbildungsbetrieb haben und das gesamte E-Portfolio Thema eher akademisch behandelt haben): Zum Einen wurde ein nachvollziehbares Betreuungsmodell für die Einstiegssemester gezeigt, dass durch das Zwischenschalten von höhersemestrigen Studierenden realisiert wurde. Dabei ist ein Betreuungsschlüssel von 1:4 eine durchaus bemerkenswerte Basis für E-Portfolioarbeit in einer Studieneingangsphase. Zum Anderen wurde ein sehr detailliertes Beurteilungskonzept vorgestellt, das in unterschiedlichen Kategorien und Gewichtungen eine nachvollziehbare Basis für eine E-Portfoliobeurteilung darstellt.
  • Martin Ebner hat (in Vertretung von Mandy Schiefner) seine Untersuchung über die Durchdringung von Internet, W-Lan und anderer technischer Spielzeuge an den Unis Graz und Zürich gezeigt. Ein Ergebnis, das ich für mich mitnehme ist: Computer und Internet sind bei 85-90% der Studierenden vorhanden. Das bedeutet, dass der tecnische Ausbau an den Unis in Richtung W-Lan gehen muss und weniger in EDV-Labors. Auch hat die Untersuchung gezeigt, dass die "NetGeneration" im Besten Fall eine technologisch gut ausgestattete Generation ist. Der Anteil von effektiver Nutzung von Social Software für das Lernen, arbeiten und studieren ist immer noch vergleichsweise gering. 
  • Nina Heinze von der Uni Augsburg stellte noch das Projekt I-Literacy vor: Für mich spannend zu sehen, wie die Medienkompetenz als Unterkategorie von Informationskompetenz definiert wird und welchen Stellenwert das Bewerten von Informationen (beispielsweise nach einer Recherche) hat. Die recht fetzige Plattfom mit Videotutorials kommt gut an, die 5 Themenbereiche (Mehthoden, wiss. Schreiben, Recherche, Präsentieren und Themenberabeitung) spannen einen großen Bogen über das Thema Informationskompetenz. Bin gespannt, wie die Evaluation im Echtbetrieb ausgeht.

Ach ja, und Sandra Hofhues von der Uni Augsburg hat (mit Gabi Reinmann und Vicky Wagensommer) den Best Paper Award der GMW gewonnen: GRATULIERE. Ich bin schon gespannt, was sie mit dem "L-Plus" Assessmenttool anfangen wird :-).

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One Response to “Auf der GMW 08”

  1. Randnotizen » GMW 2008on 04 Jan 2009 at 10:08 pm

    [...] Wolf Hilzensauer (hier) [...]

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